Erfolgreicher Workshop „NextGen Cooking“

Spannend ging’s jetzt beim Workshop von Netzwerk Culinaria zu. Gastronomen, Betreiber und Küchenchefs kamen zum Top-Thema der Branche zusammen: Digitale Küche – was geht?  Im bis auf den letzten Platz besetzten Workshop präsentierten sieben gut aufgelegte Experten die vielen Facetten, die sich hinter diesem modernen Schlagwort verbergen.

Einigkeit herrschte unter allen Referenten: Die Digitale Küche hat ihre aktuellen Hürden, doch sie wird kommen - und bietet große Chancen.

Beispiel Social Media: Heute eine Notwendigkeit, aber nichts, was sich zwischen Tür und Angel erledigen lässt, zeigte Marketing-Trainerin und Social-Beraterin Kristine Honig auf. Ganz im Gegenteil, wie social-aktive Geschäftsführer aus dem Teilnehmerkreis bestätigten: Es ist eine 24/7-Aufgabe, um zum Beispiel auf negatives Feedback von Gästen zügig zu reagieren, ob auf Bewertungsportalen oder eigenen Tools. Sie holen sich daher auch externe Unterstützung, um im Tagesgeschäft davon frei zu sein. Aber: Die Gastkommunikation via Social ist heute ein wichtiger Part im Marketingmix, um wahrgenommen zu werden, oder auch, wie Praxisbeispiele aus Studierendenwerken zeigten, Verkäufe zu generieren und via App abzuwickeln.

Eine große Herausforderung für alle: Die Techniken verstehen, Risiken beurteilen und abwägen. Der Datenschutz, die jüngsten Skandale, das Exportieren der Daten in die Cloud – alles das spielt spielt mit eine Rolle, wie schnell Betriebe sich Neuem öffneten. Das Thema nahmen mehrere Experten auf. Insbesondere diejenigen, die in oder für öffentliche Einrichtungen tätig sind, können ein Lied davon singen. Ein Beispiel: Zwar sei es meist günstiger, vor allem effektiver, einen zentralen Platz für Daten zu nutzen, eben die Cloud resp. externe Server. Aber: Viele ziehen nach wie vor die kostenaufwändigere hausinterne Alternative vor – den Rechner im eigenen Haus.

Hochspannende Einblicke in die Welt der öffentlich-digitalen Einrichtungen gewährten Jörg-Marcus zur Oven vom Deutschen Studentenwerk, Jörg Jendrny von GV-Konzepte sowie Klaus Sczesny von Hoffnungstaler Stiftung Lobetal.

Ernüchternd: Betriebe, die gerade in einer Neuplanung steckten, mithin die Weichen früh genug für die digitale Arbeitswelt stellen könnten, sie haben die Anforderungen an die Küche 4.0 selbst oft nicht auf dem Schirm. Planungsexperte Peter Adam-Luketic von vtechnik Planung empfahl Betreibern und Küchenchefs, sich aktiv umzuschauen, was der Markt bietet, Ziele zu definieren, ein digitales Pflichtenheft anzulegen und entsprechend der eigenen Prioritäten – Ambiente, Wirtschaftlichkeit, Digitalisierungsgrad etc. - den Planer auszusuchen.

Überhaupt: Digitale Küche sei Chefsache, so ein weiterer Tipp. Nur so lässt sich der Wandel in einem individuell-notwendigen Grad angehen und mit Augenmaß durchsetzen. Es brauche Zeit und den fachlichen Überblick, um die Chancen der Digitalisierung vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels individuell auszuloten.

Ein Highlight in der aktuellen Küchenwelt von Insellösungen präsentierten Thomas B. Hertach, Leiter Netzwerk Culinaria und Silke Klaus von Awenko: Mit der Cockpit-App von Netzwerk Culinaria lässt sich das digitale Hygienemanagement geräte- und herstellerübergreifend umsetzen.

Heiß erwünscht und nicht in Sicht: Die eierlegende Wollmilchsau in digital – sprich eine Software, die alles regelt, vernetzt und steuert, von der Bestellung über Warenannahme bis hin zur Abrechnung.

Heiß diskutiert und nicht absehbar: die gemeinsame Schnittstelle, mit der die Geräte einer Küche ausgestattet sind und so die Hersteller den Betreibern das Vernetzen und Managen via einer Plattform ermöglichen.

Fazit vom Leiter Netzwerk Culinaria: „Wir beginnen in unserer Branche gerade erst, uns mit den Möglichkeiten auseinanderzusetzen.“ Vor allem sieht der Leiter der Anwendungsberatung bei Hupfer noch viel Aufklärungsarbeit: „Es herrscht Halbwissen vor – es ist noch ein langer Weg, bis wir das Schlagwort „Digitale Küche“ auch mit Leben füllen können!“